Handwerkssenioren vor dem Gasthaus „Zur Linde“, rechts Reinhold von Eynern und daneben Fred Heckmann.

Zwischen Salzluft und Goldschatz

Handwerkssenioren aus Waldeck-Frankenberg besuchen Bad Salzungen und das Erlebnisbergwerk Merkers

 
KORBACH/MERKERS. Zwei Ziele, viele Eindrücke: 32 Handwerksseniorinnen und Handwerkssenioren aus Waldeck-Frankenberg machten sich auf den Weg nach Thüringen. Während 21 Teilnehmende das Erlebnisbergwerk Merkers erkundeten, besuchten elf Mitreisende die Kurstadt Bad Salzungen und ihr historisches Gradierwerk.
 
Bei einer geführten Stadtrundfahrt durch Bad Salzungen erfuhr die Besuchergruppe Wissenswertes über die Geschichte des Kurortes und die Salzgewinnung. Bereits um 1590 entstanden die ersten Gradierwerke, damals auch Kunsthäuser genannt. Dabei handelte es sich um hohe Holzgerüste, die mit dicht aufgeschichteten Zweigen des Schwarzdorns gefüllt waren. Über diese Reisigwände ließ man salzhaltiges Wasser, die sogenannte Sole, mehrfach hinabrieseln. Sonne und Wind entzogen der Sole dabei Wasser, sodass ihr Salzgehalt auf mehr als 20 Prozent anstieg und anschließend Salz daraus gewonnen werden konnte. Zu beiden Seiten der Werra entstanden mehr als 24 Gradierwerke, einige davon waren bis zu 400 Meter lang. Später verloren sie ihre Bedeutung für die Salzgewinnung und wurden für den Kurbetrieb genutzt. Der beim Rieseln der Sole entstehende feine Salznebel gilt als wohltuend für die Atemwege.
 
Für die zweite Reisegruppe begann unterdessen ein Abenteuer in der Tiefe. Mit Schutzhelmen und einem dreistöckigen Stahlaufzug ging es innerhalb von nur 90 Sekunden rund 500 Meter hinab. Anschließend fuhren die Teilnehmenden in offenen Besucherfahrzeugen rund 20 Kilometer durch das weit verzweigte Stollensystem. An mehreren Stationen erklärten Bergleute anschaulich die frühere Bergbautechnik.
 
Für besondere Spannung sorgte der historische Goldraum von Merkers. Im Frühjahr 1945 ließ die Reichsbank große Teile ihrer Gold- und Währungsreserven sowie wertvolle Kunstwerke aus Berlin in das Bergwerk bringen. Amerikanische Soldaten entdeckten den Schatz wenige Wochen später.
 
Ein weiterer Höhepunkt war die Kristallgrotte in 800 Metern Tiefe mit ihren riesigen Salzkristallen. Eine spektakuläre Lasershow im mehr als 4.000 Quadratmeter großen Konzertsaal setzte den eindrucksvollen Schlusspunkt der Besichtigung.
 
Nach den Führungen trafen sich beide Reisegruppen zum Mittagessen im Gasthaus „Zur Linde“. „Ob Gradierwerk, Goldraum oder Kristallgrotte – für alle gab es viel zu entdecken“, sagte Fred Heckmann, Vorsitzender der Handwerkssenioren Waldeck-Frankenberg. „Solche Fahrten bringen uns zusammen und sorgen noch lange für Gesprächsstoff.“
 
Handwerkssenioren Waldeck-Frankenberg
Der Seniorenkreis besteht seit 27 Jahren und vereint ehemalige Unternehmerinnen und Unternehmer aus allen Gewerken sowie deren Partnerinnen und Partner. Unter dem Leitspruch „In Freundschaft verbunden“ stehen Ausflüge, gesellige Treffen und der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
 
Wer selbst im Handwerk tätig war, frühere Kontakte pflegen oder neue Bekanntschaften schließen möchte, ist herzlich willkommen. Interessierte können sich unverbindlich bei der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg informieren und an einer der nächsten Veranstaltungen teilnehmen. Kontakt: Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, Telefon 05631 9535-100.
 
 
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Gemeinsam unterwegs: Die Handwerksseniorinnen und Handwerkssenioren vor dem Gasthaus „Zur Linde“, wo sie ihren erlebnisreichen Ausflug ausklingen ließen. Reinhold von Eynern (rechts) und Fred Heckmann (Zweiter von rechts) organisieren die Fahrten und Veranstaltungen des Seniorenkreises mit großem Engagement.

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