60 Jahre gemeinsam mehr bewegen
Junghandwerkerschaft Waldeck feiert Jubiläum – seit 1966 verbindet sie Unternehmergeist, Weiterbildung, gesellschaftliches Engagement und Gemeinschaft
Korbach. Von Studienfahrten nach Wien und Brüssel über Betriebsbesichtigungen bei der Meyer Werft und dem Transrapid bis zur Hilfe für andere Handwerksbetriebe: In 60 Jahren kommt einiges zusammen. Vor allem aber entstehen Verbindungen, die bleiben. Genau das feierte der Arbeitskreis Waldecker Handwerker – Junghandwerkerschaft Waldeck am 15. August mit Mitgliedern, Unternehmern sowie Gästen aus Handwerk, Politik und Wirtschaft.
Gegründet wurde die Junghandwerkerschaft am 24. April 1966. Heute zählt sie rund 140 Mitglieder. Vorsitzender Dimitri Demmer-Koutroulis dankte beim Jubiläum seinen Vorstandskollegen und allen Helfern, die sich über viele Jahre für die Gemeinschaft engagiert haben. Verdiente Mitglieder wurden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet.
Wie zeitgemäß der Grundgedanke auch nach sechs Jahrzehnten ist, brachte Korbachs Bürgermeister Stefan Kieweg auf den Punkt: „Jung ist in diesem Fall keine Altersangabe, sondern eine Haltung: die Bereitschaft, neugierig zu sein, voneinander zu lernen und mit der Zeit zu gehen.“ Arbeitsbedingungen, Maschinen und Materialien hätten sich verändert, Digitalisierung und KI seien längst im Handwerk angekommen. Entscheidend bleibe jedoch: „Das wichtigste Werkzeug ist ein gutes Miteinander.“
Dieses Miteinander wurde über Jahrzehnte mit Leben gefüllt. Betriebsbesichtigungen, Seminare und Workshops wechselten sich mit Studienfahrten, Neujahrsempfängen und gemeinsamen Veranstaltungen mit den Unternehmerfrauen im Handwerk ab.
Dabei ging es immer wieder um Themen, die Unternehmer beschäftigen – von Altersvorsorge und Börse über den demografischen Wandel bis zu neuen Technologien. Auch Skifahrten, Familienveranstaltungen sowie die traditionellen Kegel- und Klönabende gehörten dazu. Kurz gesagt: über den eigenen Betrieb und das eigene Gewerk hinausschauen, voneinander lernen und gemeinsam etwas erleben.
Dass Handwerk Zukunft hat, daran ließ auch Esther Dilcher (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages, keinen Zweifel. Sie warb für eine vorurteilsfreie Berufsorientierung und dafür, jungen Menschen früh die Möglichkeiten handwerklicher Berufe zu zeigen. Auch mit zunehmendem Einsatz von KI bleibe menschliches Wissen und Können entscheidend: „Es braucht den Handwerker und die Handwerkerin, die der Maschine sagen, was sie machen soll.“ Das Handwerk sei deshalb „ganz sicher eine Zukunftsoption“ – gerade für junge Menschen, die gestalten und mit den eigenen Händen etwas schaffen wollen.
Doch zum Netzwerk gehörte nie nur der Blick auf den eigenen beruflichen Erfolg. Erlöse aus Veranstaltungen kamen unter anderem Kindergärten, der Lebenshilfe und der Korbacher Tafel zugute. Nach der Hochwasserkatastrophe 2002 beteiligten sich die Junghandwerker gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und den Innungen an der Unterstützung betroffener Handwerksbetriebe in Sachsen.
Landrat Jürgen van der Horst unterstrich den Stellenwert des Handwerks für Waldeck-Frankenberg: „Wir brauchen überall das Handwerk.“ Angesichts der großen Aufgaben der kommenden Jahre sehe er gute Perspektiven für die Betriebe. Statt „Molltöne“ anzuschlagen, gelte es, die Chancen zu sehen. Zugleich würdigte er die Junghandwerkerschaft als Teil der regionalen Gemeinschaft und dankte dem Vorstand für sein Engagement.
Zu den Gästen gehörte auch Jochen Rube, Kreisvorsitzender der FDP Waldeck-Frankenberg. In seinem Grußwort griff er unter anderem die Veränderungen durch künstliche Intelligenz und die Frage auf, welche Fähigkeiten Menschen künftig brauchen werden. Sein Plädoyer: handwerkliche Fähigkeiten und menschliche Empathie werden auch in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt ihren Wert behalten.
Nach Grußworten, Essen und Ehrungen wurde bei Musik und Tanz weitergefeiert. Seit vielen Jahren kann die Junghandwerkerschaft dabei auf die Unterstützung ihrer Partner zählen. Ein besonderer Dank galt SIGNAL IDUNA mit Claudia Günther und Andreas Ruppert, der Sparkasse Waldeck-Frankenberg sowie MW-Event.
60 Jahre erzählen viel über das, was war. Interessanter ist für die Junghandwerker aber, wer künftig mit am Tisch sitzt. Gesucht sind Menschen aus dem Handwerk, die neue Kontakte knüpfen, Erfahrungen teilen, andere Betriebe kennenlernen und auch einmal über den eigenen Tellerrand schauen möchten. Denn die Geschichte der Junghandwerkerschaft ist nach sechs Jahrzehnten noch lange nicht zu Ende.
Interesse, dabei zu sein?
Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg
Telefon: 05631 9535-100
E-Mail: info@khkb.de
Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg
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E-Mail: info@khkb.de
Bildunterschrift:
Angeregte Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Feiern: Gäste und Mitglieder der Junghandwerkerschaft Waldeck beim 60-jährigen Jubiläum – für die passende Stimmung sorgte der DJ.
Angeregte Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Feiern: Gäste und Mitglieder der Junghandwerkerschaft Waldeck beim 60-jährigen Jubiläum – für die passende Stimmung sorgte der DJ.